Montag, 17. Januar 2011

wurzeln der liebe

Ursprüngliches wächst, kleine zarte Wurzeltriebe. Sie breiten sich aus, werden kräftig. Sie graben sich tiefe Gänge unter dem Erdreich, um festen Halt zu erlangen. Viele Jahre treiben sie dieses Spiel, unermüdlich arbeiten sie und so manches Hindernis, was sich ihnen in den Weg stellt, lässt sie an den Rand der Verzweiflung stoßen. Neue kleine Wurzeln bilden sich an den Stellen, an denen die Hindernisse zu heftig sind. Und auch sie bahnen sich ihren Weg. Sie wachsen, finden Nahrung in manchmal kargem Boden. Geben nie auf bis sie eines Tages einen fruchtbaren, honigsüßen Erdhügel erreichen. Es schmeckt so ganz anders als das, was sie bisher zu sich genommen haben. „Ist das die Süße des Lebens?“, fragen sie erstaunt. Der Erdhügel gibt jedoch keine Antwort und so knabbern und sabbern sich die Wurzeln mit allem Süßkram voll, bis sie schlaff herabhängen. „Oh, nein“, sagt ihnen eine Stimme, die von sehr weit weg zu ihnen zu sprechen beginnt. „Das ist nicht der rechte Weg“. Ihr seid teigig geworden und könnt euch nicht mehr bewegen, um eure Reise fortzusetzen. Los, erhebt euch! Verweilt nicht an diesem verführerischen Ort, es wird euch verderben. Ihr werdet faulig und müsst sterben.“ Diese Stimme hat Recht, pflichten sie alle bei. Und die Wurzeln schaffen es mit Müh aufzustehen und begeben sich erneut auf Wanderschaft. Sie durchstreifen tiefe Erdschichten, trinken frisches Quellwasser und fühlen sich immer lebendiger. Doch etwas fehlt ihnen wie sie eines Tages betrübt bemerken. Es muss noch etwas anderes geben als endlose Erden zu durchstreifen. Bisher haben sie sich nur nach vorn, nach links oder rechts begeben, aber niemals jedoch nach oben. Sie haben Angst, denn sie wissen nicht, was sie dort erwarten könnte. Irgendetwas ließ sie jedoch die Angst ein wenig beiseite schieben, um der heftig plagenden Neugier Platz zu machen. Sie wagen diesen Sprung … und landen mitten auf einer Frühlingswiese. Keiner sagt ein einziges Wort. Sie sind von der Schönheit und Sanftheit, die sie bisher niemals zuvor gesehen haben, geblendet. Ein helles wärmendes Licht blitzt durch sie hindurch und sie glauben sich in einer anderen Welt. Oh ja, das sind sie auch! Sie recken und strecken sich, tasten und riechen, hören und sehen. UND SIND UNENDLICH GLÜCKLICH! „Wo sind wir?“, rufen sie nun alle durcheinander, als sie sich langsam aus dem Rausch der Sinne befreien. Und wieder spricht die Stimme zu ihnen: „Ihr seid im Land der LIEBE.“ „Oh“, lassen sie ein Raunen von sich.

„ABER WAS IST LIEBE?“